Anwohner will notfalls klagen Streit um Trierer Haus für Flüchtlingskinder

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie will im Trierer Stadtteil Irsch ein Haus für Flüchtlingskinder einrichten. Insgesamt zehn Kinder und Mädchen bis 17 Jahre sollen dort leben. Aber die Anwohner sind dagegen.

Marion Barzen (SWR) / cbi

Flüchtlingsheim Trier
Ein Schild an einem Holzschuppen (Foto: SWR)

Sonja Orantek von der Stiftung Kreuznacher Diakonie weiß nicht weiter. Das Haus in einer kleinen, ruhigen Siedlung und nah an der Stadt mit Schulen und Vereinen ist ideal. Das Haus passe von der Größe her für zehn Kinder und Jugendliche, vorwiegend werden es Mädchen sein, sagt sie.

Doch da sind die handgeschriebenen Plakate und gedruckten Zettel an Garagen und Fenstern der Nachbarhäuser. "Hände weg von unserem Wohngebiet" und "Keine Diakonie, keine Lügner, keine unchristlichen Heuchler" steht da.

Gegen die Kinder und Jugendlichen, sagt der Nachbar mit den Texten im Fenster, Reiner Honnecker, habe man nichts. "Jugendliche sollten in den Ortsmittelpunkt, dort wo Vereine und Schulen sind", sagt er: "Bei uns hier sind neun Häuser mit lauter alten Leuten."

Reines Wohngebiet

Zudem sei in diesem reinen Wohngebiet kein Gewerbe zulässig, auch kein soziales. Niemand habe sie über die Pläne informiert. Reiner Honnecker fühlt sich betrogen und weist ausdrücklich darauf hin, ihn nicht in eine bestimmte Ecke zu stellen. Er sei schon dafür, dass die Jugendlichen ordentlich betreut werden.

Diakonie will an Plänen festhalten

Die Kreuznacher Diakonie hatte nach eigenen Angaben vor dem Kauf des Hauses den Ortsvorsteher informiert. Außerdem sei man auch in der Siedlung gewesen, habe geklingelt und Informationen in den Briefkästen hinterlassen. Der Vorbesitzer des von der Diakonie gekauften Hauses, Bodo Funk, hat das dem SWR bestätigt.

Das alles überzeugt den direkten Nachbarn Reiner Honnecker aber nicht. Wenn das Haus für Kinder und Jugendliche eröffnet werden sollte, will er klagen.

Stadt hält Standort für geeignet

Die Trierer Sozialdezernentin Elvira Garbes (Grüne) unterstützt den Plan der Stiftung Kreuznacher Diakonie, im Stadtteil Irsch ein Haus für Flüchtlingskinder einzurichten. Das Jugendamt habe die Diakonie gebeten, ein Gebäude in der Nähe der Stadt zu finden. Das von der Diakonie gekaufte Haus sei aus Sicht des Jugendamtes für zehn Kinder und junge Mädchen gut geeignet. Vom Protest der Anwohner wisse sie, verstehe ihn aber nicht.

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